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Polnische Zahlenspiele
Erste Ergebnisse der Volkszählung bieten Raum für Interpretationen, legen aber trotzdem Wahrheiten offen
von Wolf Oschlies

Ob Einwohnerzahl, Besiedelungsstruktur, Erwerbsquote oder Minderheiten; nicht jedem gefallen die Ergebisse der Volkszählung, zumal sie das in den letzten Jahren scheinbar so erfolgreiche Polen entzaubern.

Janusz Witkowski, Chef von Polens „Statistischem Zentralamt“ (GUS), sollte die ersten Ergebnisse der Volkszählung vom Frühjahr 2011, der ersten seit Polens EU-Beitritt, genau betrachten: Zählt Polen 38,2 Millionen Einwohner oder 36,09? - Sind eine Million Polen in Westeuropa schlechte Patrioten oder kühle „Wirtschaftsemigranten“, die vor Polens niedrigen Löhnen und hohen Preisen fliehen? Ist Polen ein zu 97 Prozent „ethnisch reines“ Land oder leben in ihm rund 70 ethnische Minderheiten? Hat Polen Angst vor Kaschuben und „Schlonsaken“ (Schlesiern), so dass die GUS ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung heruntergerechnet hat? Ist der Rückgang der deutschen Volksgruppe um ein Drittel auf 109000 „natürlich“ oder Ergebnis amtlicher Diskriminierung? Vermittelt die Zählung ein wahres, ein warnendes oder ein geschöntes Bild Polens?

Seit 2009 gehen die Geburtenzahlen um 20000 pro Jahr zurück, die Selbstmordrat hingegen steigt, spätestens ab 2014 „schmilzt“ Polens Bevölkerung absolut. Der Anteil der Polen im „nachproduktiven“ Alter stieg auf 17,5 Prozent, die Anhebung des Rentenalters auf 67 Jahre „ist nahe“, sagt Ewa Kopacz, Vizepräsidentin des Sejm. Derzeit 2,16 Millionen Arbeitslose, in einem West-Ost-Gefälle ungleichmäßig über das Land verteilt, sind der höchste Wert seit Frühjahr 2007. Sorgen macht vor allem die Gruppe der unter 25-Jährigen, in der nur 25 Prozent beschäftigt und 28,7 arbeitslos gemeldet sind. Vor Arbeitslosigkeit bewahrt auch keine höhere Bildung, die 16,8 Prozent aufweisen (9,9 Prozent 2002).

Verblüfft registrierten die GUS-Zähler eine Stadtflucht: Der Anteil der Stadtbewohner sank auf 60,2 Prozent, der der Dörfler steigt auf 38,2. Auf dem Lande lebt es sich kostengünstiger, und Wohnkultur ist nirgendwo luxuriös, da nur 16 Prozent aller polnischen Wohnungen Badezimmer und 15,3 WC besitzen. Immerhin hat der Wohnungsbau seit 2002 um 13,5 Prozent zugelegt, 42,4 Prozent der Polen leben in Einfamilienhäusern.

Soziale Probleme werden sich beheben oder wenigstens nicht verschärfen. Anders ist es mit der ethnischen Kohäsion, die brüchiger wird. Die Deutschen gelten noch als „größte nationale Minderheit in Polen“, neben vielen anderen, und im Dezember 2011 hat der Europarat in einer langen Mängelliste dokumentiert, dass Polen wenig bis nichts für seine Volksgruppen in Bildung, Kultur, Gerichtswesen und Medien tut. Verärgert über zentralpolnische Arroganz sind auch Kaschuben, Masuren, Goralen und Schlonsaken, die sich um regionale Autonomie bemühen und untereinander Bündnisse gegen Warschau eingehen. Dort verfährt man nach der Devise „My lepiej wiemy, kim jestescie“ (Wir wissen besser, wer ihr seid), was an Nachkriegspraktiken der „Verifizierung“, „Repolonisierung“, Markierung von „Deutschen“ und „Autochthonen“ erinnert und böses Blut schafft. Zwar haben die Deutschen als einzige Minderheit eine Repräsentanz im Sejm, aber sie sind Geschichtszeugen sui generis, wie Bernard Gaida, Präsident des Verbandes der deutschen sozialkulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) 2009 dem „Slowo Zydowskie“ (Jüdisches Wort) erklärte: „Die Mehrheit unserer Mitglieder lebt in Gebieten, die historisch mit Deutschland verbunden waren. In den Nachkriegsjahren wurden die verbliebenen Deutschen vielen Schikanen ausgesetzt: Vertreibungen, Zwangsarbeitslager, Deportierung in die UdSSR, Verbot deutscher Sprache und des Deutschunterrichts bis 1989.“

Neueste Verfolgung rügte der Europarat, als er die Zählungsdifferenzen der Deutschen nach ethnischer Deklarierung (279000), nationaler (152897) und muttersprachlicher (204573) vernahm. Das deutsche Auswärtige Amt spricht gar von 300000, aber das aktuelle Ergebnis von 109000 hält der erfahrene Gaida für „nicht schlecht“: „Eine Ursache unseres Rückgangs ist die unwirksame Kulturpolitik des Staates gegenüber den Minderheiten. Während in Ungarn und Rumänien staatliche deutsche Schulen bestehen, hat das Minderheitenschulwesen bei uns noch kaum begonnen.“

Während der Anteil der Deutschen zurückgeht, legten andere Minderheiten 2011 zu: Kaschuben (22800), Schlonsaken (809000), Ukrainer (48000), Weißrussen (47000). Details sind der „Gemeinsamen Kommission der Regierung und der ethnischen Minderheiten“ vorbehalten, in der Piotr Dlugos (Schlonsaken) und Karol Rhode (Kaschuben) recht harsche Autonomieforderungen stellen und mit dem Unmut von vier Millionen Anhängern drohen, falls diese von GUS und Regierung unter den Teppich gekehrt würden. Da liegt Krach in der Luft, denn Chauvinisten machen Front gegen „die Autonomiebewegung Schlesiens und ihre mangelnde Loyalität zum polnischen Staat“ – wer sie unterstützt, dem wird unterstellt, er sei kein „polski patriota“, sondern ein Verräter an denen, die vor 90 Jahren „Schlesien gegen deutsche Übermacht verteidigten“.
 

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 14/12, 07.04.2012

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