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Novemberrevolution

 


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Selbst schwere Waffen wie Panzer kamen im Häuserkampf zum Einsatz: Bei Kämpfen gegen aufständische Arbeiter im Scheunenviertel gehen regierungstreue Soldaten hinter einem im Krieg erbeuteten britischen Mark IV in Deckung.
Selbst schwere Waffen wie Panzer kamen im Häuserkampf zum Einsatz: Bei Kämpfen gegen aufständische Arbeiter im Scheunenviertel gehen regierungstreue Soldaten hinter einem im Krieg erbeuteten britischen Mark IV in Deckung.

Das Ende der Novemberrevolution
Vor 100 Jahren entwickelte sich aus einem Generalstreik der Berliner Arbeiterschaft ein bewaffneter Entscheidungskampf
von Wolfgang Kaufmann

Mit den Berliner Märzkämpfen von 1919 endete die Novemberrevolution in Deutschland – und zwar nicht im Sinne der Kommunisten und Sozialisten. Da die Sozialdemokraten hieran einen erheblichen Anteil hatten, verschärfte sich die Feindschaft zwischen der radikalen Linken und der Sozialdemokratie in der Folgezeit noch um einiges mehr.

Aus der Wahl zur verfassunggebenden Deutschen Nationalversammlung am 19. Januar 1919, der ersten reichsweiten Wahl nach dem Ende des Kaiserreiches, gingen nicht die radikalen Sozialisten oder Kommunisten als Sieger hervor, sondern eine Koalition aus gemäßigten Sozialdemokraten, der Zentrumspartei und der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei. Und diese stand den Forderungen der extremen Linken nach Sozialisierung der Schlüsselindustrien, Etablierung einer dauerhaften Räteherrschaft gemäß sowjetischem Vorbild sowie gravierenden organisatorischen Veränderungen innerhalb des Militärs ablehnend gegenüber. Deshalb kam es nachfolgend in Oberschlesien, dem Ruhrgebiet und Mitteldeutschland sowie Bremen, Braunschweig und Bayern zu lokalen Generalstreiks und Unruhen, durch die sowohl die Nationalversammlung als auch die Regierung von Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) zunehmend unter Druck gerieten.

In der Reichshauptstadt riefen die Arbeiterräte am 3. März 1919 gegen den Willen der Sozialdemokraten zu einem Generalstreik auf, welcher der Durchsetzung der politischen Ziele der Kommunisten und übrigen radikalen Linken dienen sollte. Daraufhin fanden am Nachmittag und Abend jenes Rosenmontags im Scheunenviertel sowie rund um den Alexanderplatz spontane Demonstrationen statt, an denen sich revolutionäre Arbeiter und mit diesen verbündete Matrosen und Soldaten beteiligten. Die Aufmärsche gingen mit Plünderungen von Geschäften und der Erstürmung von über 30 Polizeirevieren zwecks Erbeutung von Waffen einher.

Hierauf reagierte die preußische Staatsregierung mit der unverzüglichen Verhängung des Belagerungszustandes sowie der Übertragung der vollziehenden Gewalt an den Reichswehrminister Gustav Noske (SPD). Der hatte bereits den kommunistischen Spartakus-Aufstand im Januar 1919 niedergeschlagen und war als „Bluthund“ verschrien. Dennoch begannen große Teile der Arbeiterschaft am 4. März im großen Umfang zu streiken und Berlin lahmzulegen, wodurch die Situation noch chaotischer wurde. Gleichzeitig rückten auf Anordnung Noskes regierungstreue Truppen des Generalkommandos für Berlin in die Stadt ein. Hierzu gehörten die Brigade Reinhard, die Deutsche Schutzdivision, die Freikorps Lützow und Hülsen sowie die Garde-Kavallerie-Schützen-Division. Diese Kampfverbände unter dem Oberbefehl von General Walther Freiherr von Lüttwitz lieferten sich schwere Gefechte mit der Republikanischen Soldatenwehr, dem KPD-nahen Roten Soldatenbund (RSB) und der Volksmarinedivision. Während letztere damit begann, Waffen an linksradikale Arbeiter zu verteilen, setzten die Regierungstruppen ab dem 6. März schwere Artillerie, Panzer und Flugzeuge ein. Dadurch nahmen die Kämpfe endgültig bürgerkriegsähnliche Ausmaße an.

Zu einer weiteren Eskalation kam es am 8. März, nachdem die Verhandlungen zwischen den Streikenden und der Reichsregierung ergebnislos abgebrochen worden waren. Nun stürmten die Aufständischen erst das Lichtenberger Postamt und dann auch das dortige Polizeipräsidium. Dabei nahmen sie den Berliner Polizeipräsidenten Arthur Freiherr von Salmuth sowie rund 20 weitere Beamte gefangen und bedrohten diese aufs Allerheftigste. Die Aktion kostete Menschenleben. Die Angaben über die getöteten Polizisten schwanken zwischen zwei und fünf. Am Folgetag verbreitete die Presse die zumindest maßlos übertriebene Meldung, die Roten hätten zwischen 60 und 200 Beamte massakriert.

Noske genügten jedoch bereits die ersten Nachrichten über die gewalttätigen Ausschreitungen in Lichtenberg, um am Abend des 9. März 1919 bekanntzugeben: „Die Grausamkeiten und Bestialitäten der gegen uns kämpfenden Spartakisten zwingen mich zu folgendem Befehl: Jede Person, die mit Waffen in der Hand gegen Regierungstruppen kämpfend angetroffen wird, ist sofort zu erschießen.“

Und genauso geschah es dann im Verlaufe der weiteren Straßen- und Häuserkämpfe in Lichtenberg sowie den Stadtteilen Berlin-Mitte, Friedrichshain, Prenzlauer Berg, Spandau, Moabit und Neukölln. Wer den Truppen Noskes in die Hände fiel und eine Waffe besaß, wurde an Ort und Stelle oder nach kurzem Standgerichtsverfahren exekutiert. Außerdem kamen rund 4.500 Personen in Haft, sodass die Gefängnisse in Moabit und Plötzensee überquollen.

Am 13. März war die Gefahr eines kommunistischen Putsches gegen die politische Führung der Republik und die Weimarer Nationalversammlung gebannt. Als letzte Bastion der Aufständischen fiel nun auch Berlin-Lichtenberg. Anschließend zog die Regierung Bilanz: Ihrer Zählung zufolge hatte der Aufstand 1.200 Todesopfer gefordert, zu denen unter anderem der Vorsitzende der KPD und Chefredakteur der kommunistischen Parteizeitung „Rote Fahne“, Leo Jogiches alias Tyszka, gehörte. Historiker errechneten später hingegen um die 2.000 Tote. Außerdem gab es vor allem in Lichtenberg massive Sachschäden.

Nach der  Niederschlagung des Aufstandes wurden die revolutionären Truppen entwaffnet, die Volksmarinedivision aufgelöst und die Führung der Republikanischen Soldatenwehr inhaftiert. Unter dem Eindruck der Berliner Ereignisse hatte die Weimarer Nationalversammlung bereits am 6. März das Gesetz über die Bildung einer vorläufigen Reichswehr beschlossen, das den Reichspräsidenten ermächtigte, „das bestehende Heer aufzulösen und eine vorläufige Reichswehr zu bilden, die bis zur Schaffung der neuen reichsgesetzlich zu ordnenden Wehrmacht die Reichsgrenzen schützt, den Anordnungen der Reichsregierung Geltung verschafft und die Ruhe und Ordnung im Innern aufrechterhält“. Damit hatte die sich herausbildende Weimarer Republik eine eigene Streitmacht geschaffen.
 

Quelle:
© Preußische Allgemeine Zeitung www.preussische-allgemeine.de - Ausgabe 09/19 - 01.03.2019


 

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