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Zwischen
Verzweiflung und Hoffnung
(aus Anlass des Gedenkens der Bombennächte in Königsberg im August
1944)
Ein Vortrag von Prof. Dr. Wladimir
Gilmanov, Königsberg.
Das Jahr 2019 brachte der Landsmannschaft Ostpreußen, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen
(LO Landesgruppe NRW) ein wichtiges Gedenken: sie konnte auf ihr 70jähriges
Bestehen zurückblicken. Am 12. Oktober 2019 wurde dieses Ereignis im Gerhart-Hauptmann-Haus
in Düsseldorf mit einem Festakt würdig begangen. -
Für die abendländische Geistesgeschichte stand 2019 ein weiteres Gedenken
an. Königsberg, die Hauptstadt Ostpreußens, die Stadt des Philosophen Immanuel
Kant (1724-1804) sank vor damals 75 Jahren im August 1944 unter britischen
Bomben in Schutt und Asche. -
Prof. Dr. Wladimir Gilmanov von der Baltischen Föderalen Immanuel Kant-Universität
in Kaliningrad hielt am 30. August 2019 in Kaliningrad die Ansprache „Zwischen
Verzweiflung und Hoffnung (zum Anlass des Gedenkens der Bombennächte in
Königsberg im August 1944)“, auf Deutsch und vor einem weitgehend deutschen
Publikum.
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enthält folgende Beiträge:
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Die Eltern von Schalke-Idol Ernst Kuzorra
kamen Ende des 19. Jahrhunderts ins aufstrebende Ruhrgebiet.
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Ein Kant-Forum für Königsberg
Ein Plädoyer für
den Wiederaufbau eines Symbolbaus ostpreußischer und preußischer Geschichte
– der mit dem richtigen Konzept nicht zuletzt auch im Interesse Russlands
und der heutigen Bewohner der Stadt läge
Nach
Jahren theoretischer Debatten wird es nun ernst. Nachdem Mitte November
der Gouverneur der Oblast Kaliningrad, Anton Alichanow, verkündete,
dass das „Haus der Sowjets“ in
Königsberg
abgerissen werden soll (siehe PAZ 47/2020), steht die Frage nach der
künftigen Bebauung der historischen Mitte der früheren ostpreußischen
Haupt- und Residenzstadt auf der Tagesordnung. Den ersten Beitrag zu
der nun zu erwartenden Debatte leistete Alichanow selbst, als er zusammen
mit dem Abriss-Beschluss verkündete, dass „auf keinen Fall“ das Königsberger
Stadtschloss wiederentstehen solle. -
Damit stellte sich der Gouverneur gegen die bisherigen Pläne von Oblast-
und Stadtverwaltung. Erst 2015 hatten die regionalen Behörden unter
Führung des damaligen Gouverneurs Nikolaj Zukanow einen Ideenwettbewerb
ausgeschrieben, aus dem mit den Plänen des jungen Mailänder Architekten
Anton Sagal ein Entwurf als Sieger hervorging, der historische und zeitgenössische
Bauelemente verbinden sollte (siehe PAZ 2/2016). Die Mehrheit der Bewohner
der Stadt hatte gar den Entwurf des Architekten Arthur Sarnitz favorisiert,
der eine weitaus umfassendere Restaurierung der historischen Schlossbauten
vorsah. Sarnitz war dafür immerhin mit dem ersten Preis in der Kategorie
„Der schönste Traum“ ausgezeichnet worden.
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Die Volksabstimmung von 1920
Auswirkungen
auf Kultur und Religion in Ost- und Westpreußen -
Veranstaltung war eigentlich für das Frühjahr geplant
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Danzig - Keim zu einem neuen Krieg
Vor 100 Jahren machten
die Sieger des Ersten Weltkriegs die alte deutsche Hansestadt zur „Freien
Stadt“
Ein
britischer Oberstleutnant namens Edward Strutt erklärte am 15. November
1920 als Vizemilitärbefehlshaber in Danzig die alte deutsche Hansestadt
als „Freie
Stadt Danzig“ für unabhängig. Unter ständiger polnischer Bedrohung
verstand es dieser Freistaat an der Weichselmündung nur mühsam, seine
Eigenständigkeit unter der Oberherrschaft des UN-Vorgängers Völkerbund
zu wahren, bis er zunächst 1939 von Deutschland „heim ins Reich“ geholt
und 1945 polnischer Verwaltung unterstellt wurde. -
Über Jahrhunderte hinweg hatte Polen bereits versucht, sich die reiche
Hafenstadt mit einer im Jahre 1920 zu 94 Prozent deutschen Bevölkerung
einzuverleiben. Handelte es sich bei ihrer ersten Erwähnung im Jahre
997 noch um eine Siedlung von Fischern und Bernsteinsuchern, die den
Stämmen der Kaschuben oder Prußen zugerechnet werden können, so hatten
1178 deutsche Kaufleute eine Siedlung am Langen Markt begründet, die
1224 lübisches Stadtrecht erhielt ...
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Brutale Verdrängung
Nach
1920 betrieb Polen in den früheren preußischen Provinzen Posen und Westpreußen
mit Drangsalierurigen und Enteignungen eine gezielte „Entdeutschungspolitik"
Zwischen den westpreußischen Städten Marienwerder
und Graudenz liegen etwa dreißig Kilometer. Während sich aber in Marienwerder
im Frühling 1920 alles auf die Volksabstimmung über den Verbleib beim
Deutschen Reich im Juli vorbereitete, ist diese Entscheidung für das
etwas südlichere Graudenz bereits ein Jahr zuvor in Versailles getroffen
worden - zugunsten Polens. -
Dessen ungeachtet wurden Anfang Mai in der zu 85 Prozent von Deutschen
bewohnten Stadt am östlichen Weichselufer Plakate geklebt, die eine
Rückgliederung auch dieses Teils von Westpreußen an Deutschland forderten.
Die seit dem Frühjahr 1920 in Graudenz das politische Regiment verantwortenden
Polen reagierten jedoch sofort mit großem Eifer gegen diese Protestaktion.
Nach raschen Ermittlungen wurden 25 Verdächtige festgenommen, 17 von
ihnen (fast alle Gewerkschaftler und Genossen der örtlichen USPD) nach
Thorn geschafft, dort standrechtlich abgeurteilt und am 25. Mai erschossen.
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Königsberger Gebiet: Kriegsbeute im Handstreich
annektiert
Vor 75 Jahren wurde die heutige Exklave
der Russischen Föderation entgegen Geist und Buchstaben des
Protokolls
der Potsdamer Konferenz formell angeschlossen.
Bereits vor dem für ihn erfolgreichen Ende des Zweiten Weltkrieges plante
der sowjetische Diktator Josef Stalin die Teilung der Reichsexklave
Ostpreußen zwischen Polen und seiner Sowjetunion. Im Zuge der Verhandlungen
über den Vertrag zwischen den Regierungen Großbritanniens und der UdSSR
über ein Bündnis im Krieg gegen Deutschland und dessen Verbündete in
Europa sowie über Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung in der
Nachkriegszeit vom 26. Mai 1942 schlug Stalin vor, eine entsprechende
Teilung in einem Geheimprotokoll zu regeln. Analog zur vorausgegangenen
Teilung Polens im geheimen Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen
Nichtangriffsvertrag von 1939. -
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Königreich
Preußen (1815-1919)
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Versailles:
Vier Generationen haben bereits zahlen müssen
Vor zehn Jahren
überwies Berlin die angeblich letzte Reparationsrate.
Bis 2021 können aber noch weitere Forderungen geltend gemacht werden.
Im Rahmen seiner Proteste gegen die Reparationsverpflichtungen,
die Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg von den Siegermächten auferlegt
worden waren, versuchte der Reichsausschuss für das Deutsche Volksbegehren
die Bevölkerung der Weimarer Republik im Herbst 1929 mit einem Plakat
aufzurütteln, auf dem unter anderem stand: „Bis in die dritte Generation
müsst ihr fronen!“ Das erschien den Menschen damals ungeheuerlich genug
– am Ende zahlten dann aber sogar noch die Urenkel der Kriegsgeneration.
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Die angeblich letzte Reparationsrate in Höhe von 75 Millionen Euro überwies
das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV)
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen erst am 3. Oktober
2010. Das Geld ging dabei an institutionelle oder private Inhaber von
1990 ausgegebenen Fundierungsschuldverschreibungen der Bundeswertpapierverwaltung
über die Zinsrückstände aus drei Auslandsanleihen der Jahre 1924 und
1930 zwecks Finanzierung der von den Siegermächten diktierten Reparationen.
Die Außenstände waren in der Zeit zwischen 1945 und 1952 aufgelaufen
und bezifferten sich auf insgesamt 239,4 Millionen D-Mark. -
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