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»Das eigene Leid zeigen«
Besucher der Ausstellung »Erzwungene Wege« vermissen einen klaren Standpunkt
von Peter Westphal

Zahlreiche Besucher strömten in die am vergangenen Wochenende eröffnete Schau der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ im Berliner Kronprinzenpalais, die unter dem bemühten Titel „Erzwungene Wege: Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts“ steht. Nach jahrelangem Anlauf ist nun ein erster Schritt in die Öffentlichkeit gemacht worden auf dem Weg zu einem „Zentrum gegen Vertreibungen“. Zugleich aber wird hier deutlich, daß die schon länger kursierende Befürchtung politischer Einflußnahme sich wohl doch in der Konzeption niedergeschlagen hat. Als Beleg hierfür mag nicht nur ein Urteil von Markus Meckel dienen, der wie kein anderer gegen die Präsidentin des „Bundes der Vertriebenen“ (BdV) Erika Steinbach und die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ polemisiert hatte. Wenn dieser nun offensichtlich befriedigt äußert, daß in dieser Ausstellung „doch alles sehr ausgewogen sei“, mag das manchem wie ein Pyrrhussieg erscheinen.

Trotz der Einbettung der deutschen Vertriebenenbilanz in eine europäische Perspektive - die Kuratorin Katharina Klotz erzählt als positiven Ausweis, daß das Schicksal Deutschlands ja nur ein Drittel der gesamten Darstellung einnimmt - ist die Reaktion der Presselandschaft, nicht nur in Polen, voll von bösen Unterstellungen. Als eklatantes Beispiel für Falschmeldungen nennt Kuratorin Klotz die „Berliner Zeitung“, derzufolge hier „hauptsächlich aus deutscher Perspektive“ berichtet werde. Für die Besucher entbehrt diese Behauptung jeder Grundlage. Und gerade deshalb vermissen viele von ihnen die angemessene Darstellung des deutschen Vertriebenenschicksals. Ein Schicksal, das eigentlich ganz Deutschland beträfe, denn in fast jeder Familie beziehungsweise im näheren Umfeld gibt es Menschen, die vom Schicksal der Vertreibung betroffen sind.

Ein jüngeres Paar aus Berlin (Wulff, 39, und Anna, 36) findet dessen Dokumentation „zu mickrig“. Auch ihnen drängt sich der Eindruck auf, als hätte die jahrelange Kritik Einfluß auf das Ausstellungskonzept gehabt. Wenn es dereinst zu einer Dauerausstellung käme, dann müsse das Konzept anders aussehen, sonst - so die beiden - könnte diese „genausogut in Warschau stehen“. Anna: „Das ganze Land kuscht davor, dem Ausland gegenüber das eigene Leid zu zeigen.“ Sie beklagt das „fehlende Selbstbewußtsein“ und den Zustand „doppelten Leids“: als Opfer nicht einmal auf das eigene Leid hinweisen zu dürfen. Eigene Schuld würde dadurch ja nicht geringer, so aber würde das Leid der Betroffenen nur noch größer. Die Reaktionen von polnischer Seite nehmen sie nicht sehr ernst. Doch gerade ältere Besucher werden angesichts der grotesken polnischen Proteste unwillkürlich an die Provokationen Polens in der Vorkriegszeit und an die Verbrechen in der Nachkriegszeit erinnert. Der 70jährige Horst Staschinski ist sichtlich erregt. Er stammt aus dem Kreis Ortelsburg im Bezirk Allenstein und ist fassungslos wegen einer Textpassage in der Ausstellung, in der es heißt, daß sich seit 1947 die Lage der Deutschen in Polen gebessert habe. Für ihn ist diese Aussage „unerträglich“. Er berichtet von den Schikanen der Zwangspolonisierung im Januar und Februar 1949. Deutsche, die sich weigerten, polnische Pässe anzunehmen, wurden mit Lastwagen deportiert um sie zu „überzeugen“. Er erinnert sich an die Zeilen eines Gedichts, in dem es heißt: „Wir wurden gejagt / wie das Wild in den Wäldern, / wie die Hasen auf den Feldern“ und „hinter die Oder möchte ich gerne / sogar bei Nacht mit der Laterne“. Alles andere als poetisch erlebte er die Stunde, als der Stolz seiner Mutter gebeugt wurde. Diese hatte mit Lungenentzündung und hohem Fieber im Bett gelegen, als polnische Beamte mit Waffengewalt in das Haus drangen, um sie zur Aufgabe ihrer deutschen Identität zu zwingen. Der Sohn erinnert sich - bemüht, die Fassung zu wahren -, wie seine Mutter sich standhaft weigerte, während er und seine Geschwister sie ängstlich anflehten. Als die Soldateska drohte, die Mutter auf der Stelle zu deportieren, setzte sie sich schließlich an den Tisch und unterschrieb mit zitternder Hand - und gab ihre Identität, um ihr Leben zu retten. Der abschätzig als „Masurenschein“ bezeichnete Paß entschied unter anderem darüber, „ob man für ein Brot zwölf oder 60 Zloty zu zahlen hatte“. Von alldem, so Staschinski verbittert, finde sich in der Darstellung nichts.

Eine andere Besucherin ist enttäuscht, da sie gerade aus dem direkt gegenüberliegenden „Deutschen Historischen Museum“ (DHM) kommt, wo die Schau „Flucht, Vertreibung, Integration - Heimat“ gezeigt wird, deren Betrieb jetzt noch bis zum 27. August verlängert wurde. Dort sei alles umfangreicher und plastischer, etwa durch die Plakate der Parteien und diverse Filmausschnitte. Im Kronprinzenpalais dagegen gibt es nur ein dürftiges Faltblatt. Katalog und ein Begleittext sollen in den nächsten Tagen folgen. Folgenlos dagegen blieb eine Aktion vom Tag nach der Eröffnung. Da hatten rund 20 linksradikale Gegendemonstranten unter dem Motto „Deutsche Täter sind keine Opfer“ gegen die Ausstellung demonstriert. Einzig erfreulich an dem kümmerlichen Haufen, auf den die Passanten überrascht, angewidert und mit Unverständnis reagierten: Er ist in der Bevölkerung ohne jeden Rückhalt.

Ausstellung 11. August bis 29. Oktober 2006, Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3, 10117 Berlin. Mo. bis So. 10 bis 19 Uhr, Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Veranstalter: Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung, Ausgabe 33/06 vom 19.08.2006

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