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Moment mal!
Artenschutz für die deutsche Sprache
von Klaus Rainer Röhl

Vor zwei Jahren nannte sich eine Quasselrunde im Internet, die die „FAZ“ eingerichtet hatte, wo ihre Leser über den jeweils neuesten Roman möglichst kenntnis- und geistreich diskutieren sollten, schlicht und einfach „Reading Room“, und kein Redakteur oder Leser fand etwas dabei. So, wie eben die Auskunft bei der Bahn jetzt „Service Point“ heißt, und die Toilette, die man nicht finden kann, „McClean“. Eine Bereicherung? In Grimms Wörterbuch gab es noch gut 500.000 deutsche Wörter. Viele davon sind heute verschwunden, unsere Sprache ist reduziert auf eine Art Basisdeutsch. Der Rest des einst riesigen und auch überall in dem großen Land gebrauchten Sprachschatzes – eine Artenvielfalt, die Günter Grass in seinem neuen Buch „Grimms Wörter“ wortreich sprachlos sein lässt vor Bewunderung – ist heute verkümmert. Verkümmert oder ganz verschwunden wie die aussterbende Tier- und Pflanzenwelt in der sogenannten „Klimakatastrophe“. Artenschutz für die deutsche Sprache? Welche Katastrophe verursachte das Artensterben unserer Sprache? Der „Reading Room“ blieb nur solange bestehen, bis Frank Schirrmacher, der Feuilleton-Chef der „FAZ“, eine neue Mode ausrief: „Wieder Deutsch sprechen!“ Da hatte die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts Jutta Limbach ein Buch geschrieben mit dem unmissverständlichen Titel „Hat Deutsch eine Zukunft?“, und schon sicherte sich die „FAZ“ das Buch zum Vorabdruck im „Reading Room“, der auch sogleich in „Lesesaal“ umbenannt wurde. Als ersten Diskussionsredner holte die „FAZ“ den ehemaligen Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof in den „Saal“, und der fragte seine Zuhörer, ob es richtig sei, dass „Deutsch zwar die in der EU am weitesten verbreitete Muttersprache ist, sie aber dennoch keine Bedeutung als tatsächlich gesprochene Amtssprache gewinnt?“ Und fügte hinzu: „Die größte Sprachgruppe in der Europäischen Union wird am ehesten in dieser Rechtsgemeinschaft heimisch, wenn sie dort in ihrer Sprache sprechen kann!“ Klare Kante, aber in der EU wird weiterhin außer Englisch fast nur Französisch gesprochen – und gedruckt. Und die Anglizismen breiten sich weiter aus in unserem Land.

Ende 2010 wurde das Thema noch einmal aktuell. Der „Tagesspiegel“ schlug Alarm, hatte doch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sich zu Wort gemeldet. Der hatte sich schon bei seinem Amtsantritt 2009 über die grotesken Anglizismen in seinem Ministerium entsetzt gezeigt und Abhilfe versprochen. Tatsächlich wurde dort inzwischen mit Wort-Ungetümen wie „Meeting Leaders Council“ und „Housing Improving System“ aufgeräumt, und auf Anweisung des Ministers werden seit einigen Monaten englische Begriffe im Verkehrsministerium nicht mehr verwendet. „Tickets“ werden wieder „Fahrscheine“ genannt und „Servive point“ wieder „Auskunft“. Die Kampagne habe ihm „Tausende Zuschriften und Anrufe“ aus der Bevölkerung eingebracht, sagte Ramsauer jetzt. Es habe 100 Prozent Zustimmung gegeben. Die Einsicht daraus sei für ihn als Politiker: „Dem Volk aufs Maul geschaut! Und schon weiß ich, was die Nöte, Sorgen und Probleme der Menschen sind. Und vor allen Dingen, was ich zu tun habe, um Abhilfe zu schaffen.“ Die Benutzung von immer mehr englischen Begriffen auch in der Politik schließe die Bevölkerung zu großen Teilen aus, meint Ramsauer. Der Verkehrsminister will seine Leidenschaft für die deutsche Sprache auch auf die Bahn AG ausdehnen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es auch in dem Konzern zu einer Rückübersetzung von englischen Begriffen kommen werde. Der Minister erklärte, Bahnchef Rüdiger Grube sei ein „pragmatischer und handfester Mann“, der sein Unternehmen in jeder Hinsicht aufräumen werde.

Tatsächlich hatte ein Referent des Verkehrsministers auch den etwas gewöhnungsbedürftigen „Klapprechner“ statt „Laptop“ vorgeschlagen, doch hatte Ramsauer sich längst von solchen Übertreibungen distanziert, mit klaren Worten: „Laptop“ sei nun einmal in den Sprachgebrauch eingegangen. Doch das hinderte die einmal alarmierten Medienwächter nicht, Ramsauer zu verbellen. „Klapprechner“, das hörte sich ja an wie Klappmesser, das gab eine wundervolle Überschrift für eine Polemik her, und da der Verkehrsminister auch noch CSU-Mitglied ist, blieb man dabei. Die Meute jaulte unisono – von der „Frankfurter Rundschau“ und der „taz“ bis zum „Deutschlandfunk“ und – überraschend denn doch – auch „Welt Online“, wo ein junger Mann namens Gideon Böss mitblaffte beziehungsweise bloggte: „Herr Ramsauer, das Englische gehört zu Deutschland! Nicht nur das Christentum, das Judentum und der Islam sind Teil Deutschlands, sondern auch das Englische. Jüngere Menschen verwenden diese Sprache ganz selbstverständlich, weil es die Sprache ihrer Freizeit ist. Internet, Computer, Musik und Film, all dies ist eng mit den USA verbunden, und dort wird eben nicht Deutsch gesprochen, gesungen und programmiert.“ Hört sich flott an, stimmt aber nicht.

Für welche jungen Menschen spricht der von der „taz“ kommende  Blogger Böss? Die meisten Internetbenutzer machen sich weniger über den „Klapprechner“ lustig als vielmehr über solche massenhaft in die deutsche Sprache hineingewursteten denglischen Ausdrücke wie  „Facility Manager“ (Hausmeister, was auf Englisch aber Caretaker heißt) und „Public Viewing“, was auf Englisch keineswegs „Öffentliche Fernsehübertragung“ heißt, sondern „Leichenschau“ – eine makabere Vorwegnahme der Loveparade von Duisburg. Vor einiger Zeit fand Böss auch die Killerspiele nicht so schlimm. Als Vorbild für die Amok laufenden Schüler und Selbstmordattentäter sei die Bibel gefährlicher. Müssen wir „Einzeltäter“ wie Gideon Böss ernstnehmen? Kaum, aber so wie er denken viele seiner Kollegen in den Medien. Der Fisch stinkt vom Kopf her.

Die deutsche Sprache ist in Gefahr, sagt der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS) und sammelte – „Bild“ half bei dieser Aktion – unter dem Titel „Deutsch ins Grundgesetz“ im vergangenen Jahr über 46000 Unterschriften, die dem Bundestagspräsidenten übergeben wurden. Sollte das Parlament eines Tages dieser Forderung zustimmen, so ließe sich die Überhandnahme geistloser Anglizismen zumindest im Amtsgebrauch verhindern. Deutsch ins Grundgesetz?

Reden wir mal Tacheles: Die deutsche Sprache ist die letzte gemeinsame Klammer, die unserem Volk geblieben ist, dessen weit über tausendjährige gemeinsame Herkunft, dessen seit mehr als 1200 Jahren bestehende Zusammengehörigkeit man leugnet, dessen lange und reichhaltige Geschichte man verfälscht und mit dem Hinweis auf Hitlers Krieg gegenstandslos machen will. Aber die Sprache kann man ja erlernen. Deutsch lernen, wenigstens die Basissprache! Das ist nach dem Willen der Linken und ihrer Nachplapperer das Einzige, was man aus Sarrazins großem Buch lernen soll: Sprachkurse sollen aus Völkern, die aus dem Innereren Asiens stammen, Deutsche machen. Einfach mal ein paar Stunden Sprachkurs und hopp: Eeene meene muh, und deutsch bist du. Nichts gegen die Türken. Nichts gegen ihr schönes Land mit den vielen griechischen Baudenkmälern und Kirchen und alles für die Erhaltung ihrer Sprache, die der Regierung in Ankara so am Herzen liegt.

Aber lasst uns zuallererst unsere eigene Sprache pflegen und unser Land., frei nach Brecht: Und das liebste mag’s uns scheinen. So wie andern Völkern ihrs.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 01 / 08.01.2011

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