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Im Kulturhaus Gumbinnen: Wolfgang Freyberg stellt das Kulturzentrum Ellingen vor.

Prädestiniert für eine enge Zusammenarbeit
Das dritte »Deutsch-Russische Forum« der Landsmannschaft Ostpreußen tagte in Gumbinnen
von Manuela Rosenthal-Kappi

„Zukunft braucht Vergangenheit“ heißt die Leitlinie des vor drei Jahren ins Leben gerufenen „Deutsch-Russischen Forums“. Was als Experiment begann, wurde inzwischen zur festen Einrichtung. Am 16. Oktober trafen sich deutsche und russische Kulturschaffende in Gumbinnen.

Die Wahl des Austragungsortes fiel in diesem Jahr auf das Kulturhaus in Gumbinnen, weil Gouverneur Nikolaj Zukanow während seiner fünfjährigen Amtszeit als Bürgermeister von Gumbinnen (Gusew) die Zusammenarbeit mit der Kreisgemeinschaft Gumbinnen suchte und pflegte. Nun hoffen auch die anderen im Gebiet aktiven Kreisgemeinschaften darauf, dass Zukanow sich in seiner Funktion als Gouverneur weiter für die Zusammenarbeit einsetzen wird.

Dank seiner guten Kontakte sorgte Klaus Lunau gemeinsam mit Ehefrau Walentina für die organisatorische Vorbereitung vor Ort. Brigitte Stramm, Mitglied des Bundesvorstands der Landsmannschaft Ostpreußen, war die Initiatorin für das gemeinsame Kulturprojekt. Sie übernahm die Gesamt­organisation von der Bundesrepublik Deutschland aus sowie die Leitung am Veranstaltungstag.

Dass den Menschen, deutschen wie russischen, der gegenseitige Austausch ein echtes Bedürfnis ist, beweist der große Andrang. Die Landsmannschaft, aus deren Mitteln alle bisherigen Foren finanziert wurden, hatte die Teilnehmerzahl auf 60 begrenzt, gekommen waren mehr als 70. Unter den 18 deutschen Teilnehmern waren Kreisvertreter und Kirchspielvertreter der Heimatkreise Königsberg Stadt und Land, Angerapp, Elchniederung, Tilsit, Tilsit-Ragnit, Labiau, Fischhausen, Gerdauen, Gumbinnen und Heiligenbeil anwesend. Nachdem Lunau die Gäste begrüßt hatte, sprach Stramm in ihrem Grußwort über erste Erfolge der Zusammenarbeit, die möglich wurden, weil nach und nach Archive geöffnet werden und Veröffentlichungen möglich sind. Getreu dem Motto „Nichts bleibt wie es ist, alles unterliegt einem ständigen Wandel“ wünschte sie allen Teilnehmern Erfolg für eine noch engere Zusammenarbeit.

Bürgermeisterin Galina Silenko, erst seit wenigen Tagen im Amt, sprach sich für die Erhaltung noch existierender deutscher Bauwerke aus. Dies könne nur mit Beteiligung der ehemaligen Bewohner gelingen. In diesem Sinne äußerte sich auch Sinaida Mojsejewa von der Gebietsduma, indem sie erklärte, gerade die jüngere Generation müsse die Geschichte der Stadt kennenlernen und dazu gehöre die deutsche Zeit. Als Vertreter des deutschen Generalkonsulats nahm Konsul Wolfgang Birmans teil. Der Konsul hält das nördliche Ostpreußen aufgrund seiner geographischen Lage geradezu für prädestiniert für die Zusammenarbeit. In Gesprächen werde immer wieder deutlich, dass viele Russen an deutscher Geschichte interessiert seien.

Brigitte Stramm übergab im Namen der Landsmannschaft Ostpreußen einen mit dem Staatlichen Archiv Königsberg vereinbarten Vertrag zur Zusammenarbeit an die Delegationsleiterin des Archivs, Alla Fjodorowna. Es ist das erste erfolgreiche Ergebnis zurückliegender Foren.

Anschließend eröffnete Eckard Steiner von der Kreisgemeinschaft Gumbinnen das eigentliche Programm mit einem Vortrag über die Stadt Gumbinnen und ihr reiches kulturelles Erbe. In einem Exkurs zeichnete er die Entwicklung der Stadt seit 1991 bis zur Gegenwart, berichtete über humanitäre Hilfe, kulturelle Kontakte und die Erfolge der Kreisgemeinschaft. Wolfgang Freyberg vom Kulturzentrum Ellingen stellte das Museum im Deutschordensschloss Ellingen vor und zeigte am Beispiel bisheriger Wanderausstellungen, wie die Zusammenarbeit konkret aussehen kann. Genannt sei die Ausstellung über das Trakehner-Gestüt im Museum Friedländer Tor 2007, eine Ausstellung über Königin Luise 2008 und die Wanderausstellung zur Geschichte des Deutschen Ordens von der Gründung bis zur Gegenwart. Letztere zog auch die Aufmerksamkeit der örtlichen Presse und des Fernsehens auf sich.

Die großen Möglichkeiten zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit würden zur Zeit durch Schwierigkeiten im Grenzverkehr behindert. Hier biete das Forum eine Chance, die Probleme gemeinsam zu lösen.

Hindernisse gibt es allerdings nicht nur durch Staatsgrenzen. Seit dem Erlass eines Gesetzes zur Rückübereignung ehemaliger kirchlich genutzter Gebäude an die Russisch-Orthodoxe Kirche (ROK) entstehen neue Probleme. Die ROK erhebt seit einiger Zeit nicht nur Ansprüche auf Kirchen, die ursprünglich von ihr genutzt wurden, sondern auch auf Ordensburgen und protestantische Kirchen. Anatolij Bachtin berichtete in seinem Vortrag über die Ordensburgen, dass die Eigentumsverhältnisse einiger Burgen ungeklärt seien, andere sich bereits im Besitz der ROK befänden. Diese begründet ihren Anspruch damit, dass es in jeder Ordensburg auch eine Kirche gab. Einzige Ausnahme ist Schloss Insterburg, dessen Wiederaufbau staatlich unterstützt wurde. Für Labiau wurden bereits Pläne ausgearbeitet und die EU stellte Fördermittel bereit. Diese wurden allerdings an Polen übergeben mit dem Auftrag, das Bauprojekt umzusetzen. Polen habe diese Mittel jedoch zweckentfremdet verwendet. Auch Pläne privater Investoren hätten zu nichts geführt. In Taplacken sollte ein Hotel entstehen, aber weil dort Obdachlose untergekommen waren, für die kein Wohnraum zur Verfügung stand, konnte das Vorhaben nicht verwirklicht werden.

Mit dem Vortrag von Dr. Vitalij Maslow von der Kant-Universität in Königsberg über das „Zusammenleben zwischen Deutschen und Russen im Königsberger Gebiet nach der Kapitulation und in den ersten Nachkriegsjahren“ wurde ein Thema angesprochen, das gerade für die deutschen Teilnehmer traumatisch behaftet ist. Maslow berief sich auf die Ergebnisse der Potsdamer Konferenz, in der das nördliche Ostpreußen an Russland gefallen sei. Die Politik der Sowjets gegenüber den Deutschen sei widersprüchlich gewesen. Einerseits habe ihnen Königsberg als die „Wiege des reaktionären Hitlertums“ gegolten, von dem Terrorakte ausgegangen seien, andererseits würden in den Protokollen keine Hinweise auf terroristische Handlungen erwähnt. Die Unterdrückung der deutschen Bevölkerung sei aufgrund der Vorgaben der Alliierten erfolgt. Der sonst souveräne Übersetzer geriet bei diesem Vortrag öfter ins Stocken. Diese Tatsache schien den relativierenden Inhalt des Vortrags und die fehlende wissenschaftliche Distanzierung des Vortragenden noch zu unterstreichen. Nicht nur die deutschen Teilnehmer fühlten sich unangenehm berührt. Brigitte Stramm wies erklärend darauf hin, dass die deutsch-russische Zusammenarbeit eine zarte Pflanze sei, die erst noch wachsen müsse, ehe Themen von solcher Brisanz diskutiert werden könnten.

In den Diskussionen kam vor allem die Visumfrage aufs Tapet. Hier bietet der geschlossene Vertrag künftig die Chance, als Teilnehmer des Forums visafrei reisen zu können. Auch das Schicksal der Kirche Arnau, die mit deutscher Hilfe rekonstruiert wurde und auf die nun ebenfalls die ROK Anspruch erhebt, gibt Anlass zur Sorge. Auf der Ebene der Kreisgemeinschaften gibt es einen engen Austausch, der durch das Forum neue Impulse erhält.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, Ausgabe 43/10 v. 30.10.2010


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