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Wilhelm v. Gottberg über die Entwicklung der PAZ

Der Dreiklang von Freiheit, Recht und Frieden
Die Preußische Allgemeine Zeitung wirkt der Geschichtslosigkeit entgegen
Aus der Festrede von Wilhelm v. Gottberg

Die PAZ, das frühere Ostpreußenblatt ist 60 Jahre alt geworden. Am 5. April 1950 erschien die Nummer 1 des Ostpreußenblattes, heute feiern wir diesen runden Geburtstag. Zahlreiche neue Zeitungen sind nach dem Krieg auf dem Markt erschienen. Sehr viele existieren heute nicht mehr. Das Ostpreußenblatt hat sich weiterentwickelt und ist die Preußische Allgemeine Zeitung geworden.

Unsere Zeitung war von Anfang an das wirtschaftliche Rückgrat und das Medium, um als Landsmannschaft Ostpreußen (LO) zu den politischen, sozialen und kulturellen Fragen der Zeit Stellung zu nehmen. Es waren die Ostpreußen, die durch ihr Abonnement der Zeitung zur wirtschaftlichen Blüte verholfen haben.

Es war ein schwieriger Anfang der Zeitung ab 1950. Ruth Geede – von Anfang an dabei und auch heute noch mit 94 Jahren unverzichtbares Mitglied der Redaktion mit dem Schwerpunkt „Ostpreußische Familie“ – hat dies in der Beilage „60 Jahre PAZ“, erschienen am 3. April dieses Jahres, anschaulich beschrieben.

So wie nach Friedrich dem Großen zum Kriegserfolg auch Fortune gehört, so hatte auch die LO Glück mit ihren Redaktionsleitern. Martin Kakies, der Name weist ihn als Ostpreußen aus, amtierte von 1950 bis 1959. Er war schon vor dem Krieg Redaktionsleiter und ein großartiger Schriftsteller. Ihm folgt Eitel Kaper. Ein ernster Mann mit großem Wissen. Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts erreichte die Zeitung mit knapp 135.000 Abonnements den Höhepunkt ihrer bezahlten Auflage.

1967 wurde mit Hugo Wellems der dritte Redaktionsleiter mit der Gesamtverantwortung für die Zeitung betraut. Wellems war rheinischer Preuße, seiner Persönlichkeit und seiner Ausstrahlung nach unbedingt Chef. Seine Verbindungen zur politischen Klasse waren exzellent. Er ordnete an, dass im Zeitungskopf auf Seite 1 die Zeile „Unabhängige Wochenzeitung für Deutschland“ eingefügt wurde. So ist es bis heute geblieben. Wellems entwickelte sich zu einer allseits anerkannten Autorität. Es gelang ihm, Politiker der ersten Garnitur aus dem konservativen Bereich als Gastkommentatoren zu gewinnen. Wellems gründete unter der Obhut der Landsmannschaft Ostpreußen und mit deren finanziellen Ressourcen die Staats- und Wirtschaftspolitische Gesellschaft (SWG) e.V., mit der er auch neue Leser für die Zeitung gewann. Die SWG existiert noch heute, wir sind ihr freundschaftlich verbunden und ich freue mich, heute ihren Vorsitzenden, Professor Menno Aden, bei uns begrüßen zu können.

Mit dem Dienstantritt von Hugo Wellems 1967 erfasste eine Phase des Aufbruchs die Redaktion. Die Zeitung wurde interessanter und vielthemiger. Alle waren zufrieden. Die satten schwarzen Zahlen, die die Zeitung schrieb, ließen keine Kritik aufkommen. Das blieb auch so, als sich Anfang der 70er Jahre ein deutlicher Abonnentenschwund einstellte. Nach Abschluss der Brandschen Ostverträge verstärkte sich diese Tendenz, in den 80er Jahren sank die Auflage auf unter 50.000.

Es kam das Wendejahr 1990. Die bezahlte Auflage betrug um die 32.000. Im Oktober 1990 wurde ich zum stellvertretenen Sprecher der LO berufen. Mir war klar: Ohne gravierende Innovation hatte die Zeitung keine Zukunft. Doch Hugo Wellems, Jahrgang 1912, war leider nicht mehr im Stande, die erforderliche Erneuerung durchzusetzen. In anderen Redaktionsstuben waren PC und Monitor längst eingezogen. Allerdings nicht in unserer. Die Redaktion der PAZ arbeitete weiterhin mit der Schreibmaschine.

Glücklicherweise ließ der Druck zu handeln ein wenig nach, denn die bezahlte Auflage stieg ab 1991 deutlich. Am 1. November 1992 wurde ich Sprecher der LO und bekam die Erstverantwortung für die Zeitung übertragen. Zu Hugo Wellems hatte ich ein gutes Verhältnis. Im Mai 1994 hatte ich schließlich ein langes Vier-Augen-Gespräch mit dem Chefredakteur. Wir vereinbarten sein Ausscheiden zum Jahresende. Mit einer Festveranstaltung zum 45. Geburtstag der Zeitung im April 1995 sollte Wellems ehrenvoll verabschiedet werden. Er hielt allerdings nicht mit seinem Wunsch zurück, in den Sielen sterben zu wollen. Im Herbst 1994 musste er längere Zeit das Bett hüten. Anfang 1995 war er nochmals in der Redaktion, um seinen Schreibtisch leerzuräumen. Er wurde damit nicht fertig. Am 30. März 1995 habe ich ihn an seinem Grabe für sein Lebenswerk „Das Ostpreußenblatt. Unabhängige Wochenzeitung für Deutschland“ gewürdigt. Der Bundesvorstand hat ihm posthum die höchste Auszeichnung, den Preußenschild, verliehen.

Wellems Nachfolger Horst Stein hat mit der Modernisierung der gesamten Redaktionsarbeit begonnen. Dabei gab es viel zu tun. Doch es ging voran. Aus der Redaktion kam die Forderung, nun auch das Medium Internet zu nutzen, und so ging auch die PAZ in den 90er Jahren online. Allerdings erfüllten sich damit nicht alle Erwartungen. Die bezahlte Auflage ging zurück. Mir wurde klar, mittelfristig werden wir mit der Zeitung nur überleben können, wenn es gelingt, einen neuen Leserkreis zu erschließen. Dazu musste auch der Zeitungstitel verändert werden. Mit dem Namen „Preußische Zeitung“ schlug ich einen Arbeitstitel vor, von Frau Geede kam der Vorschlag, als neuen Namen Preußische Allgemeine Zeitung festzulegen. So geschah es, zunächst als Untertitel zum bisherigen Namen Das Ostpreußenblatt. Nach knapp zwei Jahren wurden im Jahre 2003 Haupt- und Untertitel gegeneinander ausgetauscht.

Schon seit etwa zehn Jahren diskutierte der Bundesvorstand der LO, die Zeitung bundesweit auch an den Kiosken anzubieten. Bisher war die PAZ eine reine Abonnentenzeitung. Seit Ende Januar 2010 wird die PAZ nun auch bundesweit im Zeitungshandel angeboten.

Wo steht die Preußische Allgemeine Zeitung heute politisch? Die Gründer der LO haben 1950 die Leitlinie für die Zeitung vorgegeben. Diese Leitlinie gilt noch heute. Sie lautet: Aufrechterhaltung der Freiheit, Durchsetzung des Rechtes, Erhaltung des Friedens. Diesem Dreiklang – Freiheit, Recht und Frieden – ist die Zeitung bindend verpflichtet.

Gegenüber 1950 haben sich allerdings die Akzente verschoben. Die Freiheit der Deutschen wird heute nicht mehr von außen, sondern von innen bedroht. Die „politische Korrektheit“ legt fest, was wir denken und sagen dürfen. Der Artikel 5 des Grundgesetzes gilt nicht mehr uneingeschränkt. Unsere Zeitung aber wird nicht schweigen, wenn in Schulbüchern und Ausstellungen gefälschte Deutsche Geschichte vermittelt wird.

Die Durchsetzung des Rechtes: Die PAZ wird immer wieder die Erodierung des Rechtsstaates thematisieren. Hier ist auf einem verhängnisvollen Weg schon weit vorangeschritten worden. Die Eigentumsgarantie von Artikel 14 Grundgesetz wurde beim Beitritt der ehemaligen DDR zur Bundesrepublik mit Füßen getreten. Eine Staatsregierung, die beim Ankauf von gestohlenen Steuerdaten zum Hehler wird, anderseits einen abgewählten Bundeskanzler beim Missbrauch von Parteispenden unbehelligt lässt, fügt dem Rechtsstaat schweren Schaden zu.

Erhaltung des Friedens: Die schreckliche erste Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa, aber auch die Kriege in unseren Tagen  mahnen uns täglich. Daraus ergibt sich: Wir wollen dem Frieden mit aller Kraft dienen, dabei verfallen wir jedoch nicht in einen illusionären Pazifismus. Wir brauchen die Bundeswehr, und wir brauchen die Mitgliedschaft in einem Verteidigungsbündnis.

Eingedenk des Wortes des verstorbenen französischen Staatspräsidenten Charles de Gaule: „… man erkennt den Charakter eines Volkes auch daran, wie es nach einem verlorenen Krieg mit seinen Soldaten umgeht“, werden wir den gefallenen und überlebenden Soldaten der Wehrmacht ein ehrendes Andenken bewahren und den Soldaten der Bundeswehr Respekt und Anerkennung nicht versagen. Ihren Beitrag zur Erhaltung des Friedens und der Freiheit in der Vergangenheit und für die Zukunft kann man nicht hoch genug einschätzen.

Freiheit, Recht und Frieden, diese zutiefst christlichen Werte, können nur dann gesichert werden, wenn wir unserer Zivilisation die religiöse Dimension erhalten. Geht diese verloren, dann steht es schlimm um unsere Zukunft.

Alexander Solschenizyn, dieser großartige russische Literat, Literatur-Nobelpreis-Träger und ein Freund der Deutschen formulierte einst in Hinblick auf die russische Tragödie im 20. Jahrhundert: „Die Wurzeln allen Übels liegen im Abfall von Gott.“ Ähnlich hat sich auch der verstorbene Bundespräsident Karl Carstens geäußert. Deshalb gilt für die PAZ: Wir halten fest an der Frohen Botschaft des Evangeliums.

Aufgabe einer verantwortungsbewussten Presse ist es auch, überall in Europa freiheitliche Errungenschaften und nationale Identität in Einklang zu bringen. Dazu ist es notwendig, dass in der politischen Diskussion hartnäckige Vorurteile gegenüber dem Wort „Nationalstaat“ überwunden werden. Denn nicht der Nationalstaat an sich, sondern seine durch Ideologien herbeigeführten Verirrungen sind gefährlich für Europa.

Die Entwicklungsgeschichte der PAZ, aber auch ethische Gründe gebieten es, die Gemeinsamkeiten der deutschen Nation auch für die Deutschen jenseits der heutigen Ostgrenze der Bundesrepublik zu bewahren und lebendig zu halten.

Der Geschichtsverfälschung und der Geschichtslosigkeit wird die PAZ entgegenwirken, wie sie das auch bisher getan hat. Dabei ist der Redaktion das Prinzip „Wahrheit“ Leitlinie. Dies ist von existentieller Bedeutung für die Zeitung und für alle Deutschen, da der Eindruck gewonnen werden könnte, dass in weiten Teilen der Republik die Lüge zum System erkoren wurde.

Ich fasse für die Zukunftsdevise der Zeitung zusammen: An Bewährtem festhalten, für Erneuerungen nach kritischer Würdigung offen sein, dem Ganzen verpflichtet sein, Distanz zum Zeitgeist halten, Preußische Tugenden leben und somit Vorbild sein.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 16 / 24.04.2010

60 Jahre Ostpreußenblatt / Preußische Allgemeine Zeitung

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