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Sie fanden die Ausstellung gelungen: Marek Prawda, Botschafter Polens in Deutschland,
Bernd Neumann, Kulturstaatsminister, und Bogdan Zdrojewski, polnischer Kulturminister,
im Deutschen Historischen Museum in Berlin.

Frisierte Geschichte
Die Ausstellung »Deutsche und Polen« in Berlin:
Eine sagenhafte Fehlleistung

von Harald Fourier

Die Geschichte zweier Nachbarvölker kann so einfach sein: Hier die ewig Bösen, dort die reinsten Engel – so jedenfalls zeigte es das „Deutsche Historische Museum“ in Berlin.

Die polnische Zeitung „Polska“ schrieb anlässlich des Gedenkens zum Kriegsausbruch in Danzig: „Donald Tusk kann Angela Merkel herzlich begrüßen, weil es zwischen Polen und Deutschland keine großen Unterschiede in der Interpretation der Ereignisse aus den Jahren 1939–1945 gibt.“

Das hat auch die nun im Deutschen Historischen Museum zu Ende gegangene Ausstellung über Polen und Deutsche gezeigt, die aus dem Topf des Kulturstaatsministers mit 650.000 Euro finanziert worden ist. Der Untertitel lautete „Abgründe und Hoffnung“, wobei die Deutschen für die „Abgründe“ zuständig waren.

Der Besucher betrat den Ausstellungsraum, der in hellen Farben gehalten war, und wurde über die Vorgeschichte informiert. Sowohl über die Polen-Begeisterung der Deutschen im 19. Jahrhundert als auch über angebliche „verschärfte Germanisierungspolitik“ in der Bismarck-Zeit und andere deutsche Gemeinheiten. Mal wurden Polen zwangsweise ausgewiesen. Dann, im Ersten Weltkrieg, wurden polnische Saisonarbeiter an der Heimreise gehindert, weil ihre Arbeitskraft unentbehrlich war. Eigentlich haben die Deutschen die Polen schon immer mies behandelt, so der Tenor der Ausstellung.

Die Gründung des polnischen Staates durch Deutschland und Österreich-Ungarn 1916 ist natürlich nur aus eigennützigen Motiven erfolgt: „Sie hofften, auf diesem Weg leichter polnische Soldaten für ihre abgekämpften und ausgezehrten Armeen rekrutieren zu können.“ Erst US-Präsident Woodrow Wilson habe den polnischen Staat dann möglich gemacht.

Die Zeit des Zweiten Weltkriegs wurde in einem Raum gezeigt, der in Schwarz gehalten war, um die „Abgründe“ zu illustrieren. Die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass die Deutschen nach 1939 so gleichgültig bis ablehnend Polen gegenüber eingestellt waren, blieb unbehandelt. Kein Wort über die Attacken Polens gleich nach dem Ersten Weltkrieg, die Blockade-Politik am „Polnischen Korridor“ und die Unterdrückung der deutschen Volksgruppe in Polen. Bei der Behandlung des Holocaust fahndet der Besucher vergeblich nach deutlichen Hinweisen auf polnische Komplizenschaft – Stichwort „Jedwabne“.

Der folgende Ausstellungsraum zeigte dann die Zeit nach der deutschen Besatzung. Auch die Vertreibung der Deutschen wird dort erwähnt, aber sie erscheint vergleichsweise unbedeutend vor dem Hintergrund der vorausgegangenen Verbrechen. Von Hunderttausenden von Toten und Millionen Vertriebenen ist die Rede. Doch die Wände sind jetzt wieder heller. Den Abschluss bildet ein Raum über die Annäherung nach dem Krieg.

Die Reaktionen auf die Ausstellung fielen unterschiedlich aus. Zahlreiche Medien waren voll der Begeisterung. So war die Ausstellung, die von Deutschen und Polen gemeinsam erarbeitet worden ist, für eine große Tageszeitung ein „kleines Wunder“. Noch nie sei die brutale Geschichte der beiden Völker so umfassend gezeigt worden. Viele Leser der Internetseite des Blatts sahen es anders und drückten ihre abweichende Meinung durch zahllose Kommentare aus. Die Redaktion war tagelang damit beschäftigt, die entsprechenden Beiträge wieder zu löschen.

Dagegen schrieb Thorsten Hinz in der „Jungen Freiheit“: „Wer nach historischer Aufklärung sucht, kann sich den Museumsbesuch also ersparen. Wer aber Einblick in geschichtspolitische Machtverhältnisse und in den Dienstboten-Charakter von Teilen der deutschen Geschichtswissenschaft gewinnen will, der findet hier Anschauungsmaterial im Überfluss.“

Martin van Creveld, der renommierte israelische Militärhistoriker, sagt in der aktuellen Ausgabe des „Focus“ über die Ausstellung: „Ich meine, die Teile, die sich mit dem Zweiten Weltkrieg beschäftigen, sind sehr gut – es ist kaum möglich, das Leid zu übertreiben, das Deutsche in dieser Zeit den Polen zufügten. Andererseits finde ich, dass alles, was davor geschehen ist, auf sehr einseitige Weise dargestellt wird. Es sieht aus, als wären die Deutschen, mit Friedrich dem Großem beginnend, durchweg Verbrecher gewesen und die Polen allesamt Engel. Wenn ich Deutscher wäre, würden mich diese Teile der Ausstellung sehr ärgerlich machen. Als Historiker ebenfalls!“

Quellen:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, 37/09 v. 12.09.2009

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