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Der Landkreis Insterburg

Der Landkreis Insterburg mit 1.160,83 qkm Größe und 43.224 Einwohnern, d. s. 37,2 auf 1 qkm, ist er der Fläche nach der größte Kreis des Regierungbezirks Gumbinnen, er ist aber von allen Kreisen am dünnsten besiedelt. Kreissitz ist Insterburg. Der Kreis ist ganz und gar landwirtschaftlich ausgerichtet, hat gute, aber schwere Böden. Die Bevölkerung treibt Getreidebau, Anbau von Futterpflanzen, Viehzucht und Pferdezucht, die einen guten Ruf genießen. Der Großgrundbesitz ist stark vertreten. Im Jahre 1931 gab es im Kreise 159 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 100 ha Größe. Mehrere Domänen und das Landgestüt Georgenburg, dazu riesige Begüterungen waren im Besitz von vielen tausend ha Ländereien. Die Begüterung Großlugau (Lugowen) mit den Vorwerken Alt und Neu Lenkutschen, Karolienen, Altlugau (Nendrienen), Kleinlugau (Potrempschen) und Warlin war 1931: 1.779 ha groß. Ihr letzter Eigentümer, Paul von Bülow, war führend im Pferdesport und maßgebend beteiligt am Bau des vorbildlichen Insterburger Turnierplatzes. Die Begüterung Althof-Insterburg mit den Vorwerken Friedrichshof, Kleinwittgern (Klein Wittgirren) und Zaupern hatte eine Größe von 1.004 ha, Althof-Dittlacken war 750 ha groß, Blocken (Blockinnen) 516 ha, Platen 551 ha, Schwägerau 410 ha, 0stilmen (0stlöpschen) 497 ha. Eine ganze Reihe von Gütern und Dörfern waren im 18. Jahrhundert dem Herzog Leopold von Anhalt-Dessau verliehen worden. Sie erstreckten sich südlich des Pregels in einem breiten Streifen von Piaten (am Menge-Knie, dem westlichsten Punkt der Kreisgrenze) bis Bubainen. In Groß Bubainen ließ er 1735/1737 ein prachtvolles Schloß erbauen, in dem er sich mehrmals im Sommer aufgehalten hat. 1759 verbrannten es die Russen. Später ließ einer seiner Nachfolger in Norkitten 1818/1820 ein neues Herrenhaus errichten. - Das Gebiet des Kreises Insterburg ist das Herzstück des prußischen Gaues Nadrauen; in ihm vereinigen sich die Quellflüsse des Pregels, Inster, Rominte (Pissa), Angerapp, zu seinem West-Ost-Lauf im breiten Urstromtal. Dies durchzieht den sich von Südwesten nach Nordosten erstreckenden viereckigen Kreisraum fast in der Mitte. Die Auxinne durchfließt mit ihren Zuflüssen das südöstliche Kreisgebiet; die in ihrem anmutigen Tal entstandenen Orte Ringlau (Auxkallen) und Sittenfelde (Ackmenischken) haben eine besonders schöne Lage. Eine schroff ansteigende Uferhöhe bei Sittenfelde wird Lureleifelsen genannt. Nicht weit von der Mündung der Auxinne in den Pregel erhebt sich der Norkitter Schloßberg, von dem zwei hohe Stirnwälle erhalten geblieben sind. Norkitten gehört zu den bereits in der Prußenzeit besiedelten Gebieten wie auch der Raum von Saalau, das Mündungsgebiet der Droje, die Gegend Bubainen, Insterburg, Georgenburg mit der Burg Nettienen, und die Uferhänge der Angerapp bis zum Einfluß der Rominte um die hochgelegene Tammauburg. Die Flußläufe und die oft recht anmutig ins Tafelland eingenagten Seitenbäche sind von trockenen Uferhöhen begleitet; die schweren Lehmböden in der mittelostpreußischen Staubeckenzone - hier den südlichen Kreisteil durchziehend - trugen ursprünglich Wälder und Sümpfe, diese konnten von Norkitten nach Süden nur auf einem uralten Knüppeldamm durchschritten werden. Die Siedlungstätigkeit des Deutschen Ordens und in der Herzogszeit haben hier großen Wandel geschaffen, die Gründung zahlreicher Schatullsiedlungen im 17. und 18. Jahrhundert führte zur Entwaldung weiter Gebiete.

Als der Deutsche Orden im 13. Jahrhundert Nadrauen eroberte, trat er auf Grund von Abmachungen mit dem Papst Teile davon an den Bischof von Samland ab, und zwar das Gebiet vom oberen Pregel und der Inster bis tief in den Graudenwald. Der samländische Bischof gründete um 1353 auf dem Nordufer der Inster die Georgenburg und ließ sie als einen Einflügelbau mit Vorburg ausbauen. Sie wurde mehrmals von den Litauern überfallen und gebrandschatzt. Nach 1525 war sie herzogliches Kammergut und mehrfach verpfändet. Nach den Pestjahren 1709/1711 verpachtete König Friedrich Wilhelm I. Georgenburg als Domäne, auf der in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts Pferdezucht betrieben und Hengste nach Trakehnen verkauft wurden. 1814 ging sie in Privatbesitz, 1828 an Wilhelm Simpson über, der das anerkannte Vollblutgestüt entwickelte und Georgenburg ein großes Ansehen gab. Die Schicksale der Familie von Simpsons sind in dem Roman „Die Barrings" frei geschildert worden. 1899 ging Georgenburg an den Staat über, wohin das Landgestüt Insterburg verlegt wurde. Als die Russen Georgenburg erobert hatten, richteten sie in ihm ein großes Gefangenenlager ein. - Etwa 4 km nordöstlich Georgenburg liegt das Gut Landwehr (Szieleitschen); an der Straße nach Breitenstein erhebt sich inmitten eines von Linden umhegten Platzes ein gußeiserner Obelisk. Bronzetafeln in deutscher und russischer Sprache berichten, daß hier am 25. Mai 1818 auf einer Durchreise der russische Feldmarschall Fürst Michael Andreas Barclayde Tolly gestorben ist. - Das nördlich Georgenburg gelegene Kirchdorf Auenbach (Aulowönen) gehörte in der Ordenszeit dem Bischof von Samland; die Kirche, ein einfacher Saalbau, ist 1720/1730 erbaut worden. - In dem Vorwerk Schloßberg der Domäne Norkitten wurde am 12. September 1808 der General Graf August von Werder geboren; er zwang 1870 die Festung Straßburg zur Übergabe und gewann die Schlacht an der Lisaine. - Südwestlich Norkittens fand am 30. August 1757 die Schlacht bei Groß Jägersdorf statt; nach dem Sieg der Russen unter dem Feldmarschall Apraxin gegen die Preußen unter dem Feldmarschall von Lehwald plünderten die Russen die Gegend schrecklich aus. - Norkitten gegenüber nördlich des Pregels liegt das Kirchdorf Saalau; hier errichtete das samländische Domkapitel 1355 eine einflügelige Burg - ähnlich wie die Georgenburg -, die gegen Ende des 14. Jahrhunderts als starke Feste ausgebaut wurde. Die vor ihr sich bildende Lischke blieb ein Dorf. 1525 wurde Saalau ein Kammeramt wie Georgenburg; es war längere Zeit verpfändet und später eine Domäne. Die Kirche, ein einfacher Saalbau, wurde 1754 neu erbaut. Der abseits stehende, reizvolle Glockenstuhl aus offenem Fachwerk wurde einige Jahrzehnte danach errichtet. - In der Kirche von Dittlacken künden ein Sandsteinepitaph und ein Mausoleum von dem Tod und Begräbnis des 1679 verstorbenen Generalmajors Pierredela Cave; er war Gouverneur der Festung Pillau und Begründer der ersten Kirche in Dittlacken (Didlacken) 1665. Als Pächter von Althof-Insterburg betrieb er eine bedeutende Pferdezucht, aus der das Trakehner Gestüt hervorgegangen ist. - Östlich Insterburg liegt an der Pissa Karalene. Es hieß früher Kummetschen. Hier eröffnete 1811 der Pestalozzischüler K. A. Zeller eine Erziehungsanstalt für Knaben, die der Königin Luise zu Ehren den Namen Karalene (lit. karaline = Königin) erhielt. Neben der Anstalt wurde 1819 ein Lehrerseminar gegründet, in dem in den ersten Jahrzehnten streng nach Pestalozzischen Grundsätzen, auch Obst- und Bienenzucht gelehrt wurde. Als das Seminar im April 1924 geschlossen worden war, dienten seine Gebäude der Wohlfahrts- und Jugendpflege. - Das einzige geschlossene Waldgebiet im Kreise, das von den einstigen großen Waldungen übrig geblieben ist, bildet das 4.936 ha große Forstrevier Waldhausen. Zum Gut Großlugau (Lugöwen) gehörten 1931 noch 748 ha Wald.

Patenschaftsträger für den Landkreis Insterburg ist die Stadt Krefeld.

Quellen:
Wappen: Johannisburger Heimatbrief 2000, Seite 110;
Text: Guttzeit: Ostpreußen in 1440 Bildern, Rautenberg, 1972-1996, Seite 47-50


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