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Kumpan Kalinin

 


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Der treueste Kumpan des Massenmörders Stalin
Michail Kalinin war der Notar des sowjetischen Totalitarismus und zugleich der Chefideologe der »kommunistischen Erziehung«
 von Hans-Jürgen Mahlitz

Der Sockel wackelt, aber noch steht sein Denkmal: Michail Iwanowitsch Kalinin, nach dem vor 65 Jahren die jahrhundertealte Hauptstadt Ostpreußens umbenannt wurde. Stalins treuester Kumpan überdauerte als Namenspatron das Ende des roten Zaren, den Zusammenbruch des Sowjetimperiums – und bislang auch alle behutsamen Versuche, Kaliningrad wieder zu Königsberg zu machen.

Eine erneute Umbenennung – oder auch die zur Zeit diskutierte Beseitigung des Kalinin-Denkmals (siehe PAZ/Ostpreußenblatt Nummer 18/2011, Seite 13) – würde für viele ältere Russen die blutig errungenen Resultate des Zweiten Weltkrieges in Frage stellen. Sie sehen in Kalinin das letzte Symbol des Sieges. Wer Kalinin wirklich war, wird dann gern ausgeblendet.

Formell war der 1875 geborene Michail I. Kalinin quasi der Nachfolger der russischen Zaren: von 1919 bis 1922 Staatsoberhaupt Russlands, dann bis 1946 Staatsoberhaupt der Sowjetunion. Politische Macht hatte er nie, seine Amtshandlungen beschränkten sich darauf, Stalins Gesetze und Verordnungen abzuzeichnen. Das tat er brav; der Diktator konnte sich auf den „Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets der SU“, so der offizielle Titel, hundertprozentig verlassen.

Dennoch war Kalinin weit mehr als nur eine gut funktionierende Marionette. Er war der stets zuverlässige Notar des Staatsterrorismus, gab der Diktatur den Schein der Legalität. 27 Jahre lang missbrauchte er das formell höchste Staatsamt, um schwerste Verbrechen zu rechtfertigen.

Und das tat er aus tiefster Überzeugung. Schlimmer noch: Der hochintelligente und redegewandte Bauernsohn verstand sich als Chefideologe in Sachen „kommunistische Erziehung“. Um das Sys­tem dauerhaft – heute würde man sagen: nachhaltig – zu stabilisieren, wollte er es auf eine breite Basis überzeugter Jungkommunisten stellen. Daher waren seine bevorzugten Ansprechpartner immer wieder die Jugendorganisationen der KPdSU.

Dies bestätigt auch die Lektüre einer Rarität aus der Sammlung des Autors: M. I. Kalinin, „Über kommunistische Erziehung. Ausgewählte Reden und Aufsätze“, Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1949. In dem Band, von dem es nur noch wenige Exemplare geben dürfte, wird auf 307 Seiten über einen Zeitraum von 20 Jahren dokumentiert, wie Kalinin die Jugend Russlands und seiner Sowjet-Satelliten einer sys­tematischen Gehirnwäsche zu unterziehen trachtete – ein „Meis­terwerk“ der Demagogie.

In den Reden, mit denen er den Parteinachwuchs immer wieder beglückte, verschoben sich über die Jahre die Akzente. Am 30. Mai 1926 dozierte er vor Absolventen der Moskauer Swerdlow-Universität über die Bedeutung der Kultur für die Zukunft des Sowjetreiches: „Genossen, zweifellos seid ihr heute und in der Zukunft die Träger der Kultur in der Provinz“, in der Partei aber sei es „um die Kultur noch sehr schwach bestellt“. Dies, so Kalinin, müsse sich ändern, zugleich warnte er aber, „dass man sich vor den Massen niemals mit seiner Kultur brüsten darf“.

Nicht ganz in diesem Sinne, nämlich „offen und geradeheraus“, definierte er in dieser Rede auch das Prinzip der marxistischen Dialektik, die „lehrt, dass das, was gestern schwarz war, heute weiß geworden ist, und was gestern rot war, ist heute weiß geworden.“

Ein paar Jahre später, im Mai 1934, hatte die Kultur als Staatsziel bereits ausgedient. Auf einer „Aktivberatung des Kommunistischen Jugendverbandes von Dnjepropetrowsk“ mahnte Kalinin im Mai 1934, die Arbeiterjugend habe „die Pflicht, das Waffenhandwerk gewissenhaft zu lernen“, und müsse „bei unserer friedlichen Alltagsarbeit stets auf der Hut, stets auf dem Kampfposten“ sein. Denn „unser proletarischer Staat, der mitten in schöpferischer sozialistischer Arbeit steckt, befindet sich in kapitalistischer Umkreisung“.

Kalinins kriegsverherrlichende Demagogie steigerte sich noch, als dann Jahre später der Krieg tatsächlich da war. Am 29. Oktober 1943 bejubelte er in der „Prawda“ die Losung „Alles für den Krieg!“ als „einfach, verständlich“ sowie „eine heilige, gerechte Sache“. Heroismus an der Front sei „eine eminente Parteiangelegenheit“, das „Allerheiligste der gegenwärtigen Parteiarbeit“.

Die Jugend, so Kalinin weiter, müsse lernen, „die internationalen Fragen auf mar­xis­tische Art anzupacken“. Wie diese „Art“ zu verstehen ist, offenbarte Kalinin in der Zeitschrift „Bolschewik“ im Januar 1945: „Der Hass gegen den faschistischen Unmenschen ist uns heilig.“ Der Deutsche ist für ihn ein „habgieriger Lumpensammler“ und „stumpfsinniger Erfüller der blutigsten Aufträge“, der Sowjetmensch hingegen heldenmütig und von „größter moralischer Standhaftigkeit“.

Vor 65 Jahren reichte das als Qualifikation zum Namensgeber einer seit sieben Jahrhunderten deutschen Stadt. Heute ist der Name Kaliningrad eine Schande – auch für die dort lebenden Russen. 

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, Ausgabe 20/11, 21.05.2011

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