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Die Albertusnadel

 


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Die Albertusnadel – mehr als eine Erinnerung
Wie aus einem Ausweis für Studenten das auch heute noch gern verschenkte Präsent für Abiturienten wurde
Ein Beitrag von Ruth Geede

„Die Mütze nur auf einem Ohr und einen blanken Albrecht vor …“, sangen einst die Königsberger Studenten – lang, lang ist es her, 200 Jahre und mehr, als sich die Söhne der Alma mater Albertina die ersten Nadeln mit dem Bildnis Herzog Albrechts an den Hut steckten. Und noch heute wird von älteren Ostpreußen die Frage gestellt, ob es noch einen Albertus zu kaufen gäbe, denn der Enkel oder die Großnichte ständen vor dem Abitur und man wolle sie mit dieser Anstecknadel überraschen.

Nur in Ostpreußen gab es diese Tradition, die Fleiß und Leistung junger Menschen sichtbar machen wollte, sie vergoldete oder versilberte. Denn die ganze Familie nahm regen Anteil an der Reifeprüfung des jungen Sippenmitglieds, deren Bestehen dann gebührend gefeiert wurde – mit jeder Menge Alberten, die Mütze und Jackenaufschläge glänzen ließen.

So manch einer der ehemaligen Abiturienten hat seinen Albertus durch Krieg und Vertreibung gerettet, wird ihn ab und zu vorholen und an jene Tage zurückdenken, als man sich endlich den Stürmer oder das Cerevis aufsetzte und die erste Nadel mit dem Albrechtkopf ansteckte. Nicht nur in Königsberg, sondern überall in Ostpreußen, wo es höhere Schulen gab, die zum Abitur führten.

Ursprünglich war das allerdings anders gewesen, da trugen ihn ausschließlich die Studenten der Albertina – als Ausweis. Es war ein Theologiestudent gewesen, der sich als erster diese Nadel an den Hut steckte – den trugen damals noch die Studenten, ehe er der legeren Mütze wich. Der Studiosus Sawatzki schuf das Porträt des Herzogs Albrecht nach dessen Brustbild auf dem Universitätssiegel, wie es auch als Standbild in der Mauer neben dem Eingang zur Alten Universität zu sehen war: barhäuptig, im Harnisch und mit blankem Schwert. Das soll bereits im Jahre 1801 gewesen sein, aber erst 16 Jahre später wurde die Albertusnadel das Erkennungszeichen der Königsberger Studenten, die nach dem Wartburgfest eine allgemeine Burschenschaft, die „Allgemeinheit Albertina“ gegründet hatten, der alle an der Königsberger Universität Studierenden angehörten – mit einigen Ausnahmen. So durften nach dem allgemeinen Studentenrecht die Immaturen den Albertus für das erste Jahr nicht tragen. Diese zumeist aus Silber gefertigte Nadel wurde sogar von der Polizei als Legitimation anerkannt und verschaffte den Trägern auch einige Privilegien wie verbilligten Theaterbesuch. Aber im Laufe der Jahrzehnte verlor der Albertus in der Studentenschaft an Bedeutung, manche Korporationen verzichteten auf ihn, wer keiner Verbindung angehörte sowieso, und schließlich trugen ihn nur noch zwei Burschenschaften an der Mütze.

Das bedeutete allerdings nicht das Aus für die Nadel, im Gegenteil: Zuerst begannen die Abiturienten, die sich für ein Studium an der Albertina entschieden hatten, ihn als Zeichen ihrer Absicht zu tragen, dann griff der Brauch auf alle Abiturienten über. Sie wurde zum Zeichen der glücklich bestandenen Reifeprüfung an allen ostpreußischen Gymnasien und Oberlyzeen. Denn auch die Abiturientinnen schmückten sich mit der Nadel und oft mit einer ganzen Kollektion, denn ostpreußische Familien pflegten ja sippenstark zu sein. Nicht nur Eltern und Großeltern schenkten den jungen „Muli“ Alberten, sondern auch sämtliche Onkel und Tanten und sonstige Gebefreudige. Manche erste Liebe wurde so gefestigt, wenn die Angebetete ihm einen Albertus an den Rockkragen heftete. Ein noch innigerer Beweis war das Besticken der Mützen mit goldenen Chenillefäden – alles glänzte! Manche Jünglingsbrust zierte ein ganzes Sortiment von Alberten jeglicher Güte und Größe, von den nur bescheiden „Versilberten“ bis zu Prunkstücken aus Edelmetall. Gefreut hat sich der oder die so Geehrte über jede Nadel, bewies sie doch, daß Fleiß und Zielstrebigkeit anerkannt wurden und man auch das Vertrauen der Eltern erfüllt hatte, denen es oft nicht leicht gefallen war, das Schulgeld und andere Kosten aufzubringen.

Heute bedeutet uns ein Albertus noch viel mehr. Das Bild von Herzog Albrecht, der 1544 die Universität in Königsberg gegründet hatte – den Namen „Albertina“ bekam sie erst hundert Jahre später – steht für uns als Sinnbild einer Stadt, die eine friedliche Hochburg der Wissenschaft war, ein geistiger Mittelpunkt Europas, die Stadt Kants. Und das verpflichtet.     

Alberten können über die Landsmannschaft Ostpreußen, Buchtstraße 4, 22087 Hamburg, Telefon (040) 414008-0, bezogen werden.

Quelle:
Farbfoto und Grafik: www.Familienforschung-Sczuka.de;
Text und s/w-Foto: Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, 25/09 v. 20.6.2009

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weitere Informationen:
Die Alberten-Tradition
www.schuka.net/Stamm/LS2/LS2-Oswald.htm;
Ostpreussische Tradition:
Ein alter, doch nicht vergessener Brauch
Alberten, Cerevis und Stürmer als Symbole für die Erlangung der Hochschulreife
www.schuka.net/Ostpreussen/Koenigsberg/Alberten-Tradition.htm;



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