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Schweigen gebrochen

 


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Tragödie der Ostpreußen: Schweigen ist gebrochen
»Die Flucht« bemüht sich um historische Wahrheit, doch vieles ist einseitig
von Manuel Ruoff

Nach dem Zweiten Deutschen Fernsehen mit „Dresden“ hat nun auch die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland mit „Die Flucht“ einen großen Historienzweiteiler aus dem Hause „Teamworx“ über deutsches Leid im Zweiten Weltkrieg. Sprach „Dresden“ mit dem Bombenterror gegen Elbflorenz das wohl größte Kriegsverbrechen gegen deutsche Zivilisten der Westalliierten an, so „Die Flucht“ mit der Vertreibung der Ostdeutschen das wohl größte des Ostalliierten, der Sowjetunion. Die Thematisierung dieser Tragödien ist begrüßenswert. Bei „Die Flucht“ kommt hinzu, daß dieser Film eine Lanze für das preußische Ideal der Pflichterfüllung, die „Idee der Verantwortung für andere“, um es mit den Worten der Hauptdarstellerin Maria Furtwängler zu sagen, bricht.

Davon abgesehen sind Befürchtungen vor oder Hoffnungen auf politische Inkorrektheiten unnötig. Die Handlung von „Die Flucht“ ist mit ihrer Dreiecksgeschichte ähnlich konstruiert wie weiland jene von „Dresden“. Wenn schon die weibliche Hauptfigur eine sympathische Deutsche ist, die unter alliierten Kriegsverbrechen leidet, so ist ihr doch wenigstens als Held ein Mann an die Seite gestellt, der die Uniform der Alliierten trägt. Anfänglich scheint es zwar darauf hinauszulaufen, daß sie einen Deutschen heiratet und dieser Deutsche wirkt – anfänglich – noch nicht einmal unsympathisch, doch dann erweist er sich in der Stunde der Not als schwacher Charakter, der den materiellen Verlockungen erliegt, so daß ihm am Ende nur Verachtung, bestenfalls gepaart mit etwas Mitleid, seitens des Zuschauers und der Angebeteten bleibt. Wie der anfängliche deutsche Freund ist auch der ebenfalls deutsche Vater nicht ohne Schuld. Da schon die deutsche Hauptfigur sympathisch ist, muß doch wenigstens die sie umgebende deutsche Gesellschaft morbide und schuldbeladen sein. Dem männlichen Helden aus der Reihe der Alliierten kommt es dann zu, die zwar sympathische, aber anfänglich etwas naive deutsche Hauptfigur über die wahren Verhältnisse aufzuklären.

„Die Flucht“ ist im Vergleich mit „Dresden“ sicherlich der ernsthaftere Film. Ist „Dresden“ eher der Unterhaltungs-, so „Die Flucht“ eher der volkspädagogische politische Lehrfilm. So sagt die Ich-Erzählerin ungeachtet des Hitler-Stalin-Paktes und neuerer Forschungsergebnisse zu den Ursachen des Zweiten Weltkrieges (vergleiche PAZ vom 3. Februar) gleich zu Beginn: „Die Nationalsozialisten hatten mittlerweile 40 Staaten in den Krieg getrieben. Die Auswirkungen davon schlugen nun mit voller Wucht auf uns zurück.“ Die Charaktere der Landsleute der von Maria Furtwängler gespielten Gräfin Lena von Mahlenberg reichen vom schmierigen NS-Funktionär als Bösewicht zur antinationalsozialistischen Lichtgestalt, die deutsche Kriegsverbrechen anprangert und schließlich in dieser deutschen Gesellschaft keinen anderen Ausweg mehr weiß als den Selbstmord. Die im ersten Teil vorkommenden Ausländer sind hingegen ausschließlich sympathisch (sieht man von der Erstürmung des Schlosses durch die Rote Armee ab, bei der es zu einem Kollateralschaden kommt).

Das ändert sich erst in Teil 2, als es auf der Flucht zur Begegnung mit Rotarmisten kommt, die im Gegensatz zu den Deutschen immer nur als anonyme Masse dargestellt werden. Allerdings nehmen deren Verbrechen nur einen winzigen Teil der Filmhandlung ein, was man beim Thema Flucht nicht unbedingt erwarten sollte. Man muß schon sehr wohlwollend sein, um das auf Taktgefühl der Filmemacher zurückzuführen.

Dafür haben letztere sich auf die deutschen Streitkräfte eingeschossen. Als Verteidiger der Trecks, die deren Flucht teilweise bis zur Selbstaufopferung abschirmten und damit ermöglichten, kommen die Männer der Wehrmacht überhaupt nicht vor. Wenn deutsche Soldaten aktiv werden, dann ermorden sie Kriegsgefangene, richten eigene Landsleute hin, benehmen sich wie ein „Haufen rüpelhafter Männer“ oder gefährden zivile Trecks, indem sie für ihren Rückzug ebenfalls den Weg über das Frische Haff benutzen, als wenn es die Schuld der Wehrmacht gewesen wäre, daß sowjetische Flugzeuge dort deutsche Flüchtlinge angriffen.

Angesichts der sehr zurückhaltenden Thematisierung der Verbrechen der Roten Armee bleibt für den Zuschauer ohne historische Vorkenntnisse offen, warum sich die Ostdeutschen einschließlich der bei ihnen lebenden und arbeitenden Ausländer vor ihnen auf die Flucht begaben.

Der 8. Mai 1945 wird von der Ich-Erzählerin als ein Tag begrüßt, an dem „endlich Frieden“ war. Hätte der Treck statt im idyllischen Bayern in der SBZ geendet oder wäre er gar noch in Ostdeutschland von der Roten Armee überrollt worden, hätte sie die Kapitulation der deutschen Wehrmacht wohl weniger begrüßt. Nun da „endlich Frieden“ ist und die Geschichte trotz aller Härten dem Happy-End zustrebt, erklärt die männliche der weiblichen Hauptfigur, daß sie nun im Alliierten Kontrollrat arbeite und helfen werde, „die Schuldigen und die Unschuldigen zu unterscheiden“. Die Botschaft ist klar: Alles wird gut. Das Böse ist besiegt. Und das Gute ermittelt nun unter den Besiegten die Schuldigen – als wenn nicht mit den Sowjets ein Schuldiger, wenn nicht der Schuldige an der Flucht im Kontrollrat und damit am Richtertisch gesessen hätte und damit der Bock zum Gärtner gemacht worden wäre.

Der eine oder andere mag sich – losgelöst von dem künstlerischen Wert dieses Films – mehr Aufklärung über die Flucht und deren Hintergründe versprochen haben, angesichts der viel Verständnis zeigenden Aussagen der Hauptdarstellerin Maria Furtwängler im Vorfeld der Ausstrahlung. Aber vielleicht kann man von einer Produktion, dessen wissenschaftliches Beraterteam aus Manfred Messerschmidt, Peter Steinbach und Rolf-Dieter Müller besteht, nichts anderes erwarten. Nicht umsonst war es Messerschmitt, der 2005 bei der Präsentation der Ausstellung „,Größte Härte …‘ Verbrechen der Wehrmacht in Polen September / Oktober 1939“ (vergleiche PAZ vom 9. Juli und 17. Dezember 2005) in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn den Eröffnungsvortrag hielt. Peter Steinbach ist als wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand vor allem dadurch hervorgetreten, daß er den mit den Sowjets kollaborierenden Angehörigen des Nationalkomitees „Freies Deutschland“ die Weihen eines deutschen Widerstandskämpfers verliehen hat. Und Rolf-Dieter Müller dürfte den Lesern dieser Zeitung als der Mann bekannt sein, der in der „FAZ“ Stefan Scheils kürzlich erschienenes Buch „1940/41 – Die Eskalation des Zweiten Weltkrieges“ „in Grund und Boden“ rezensiert hat, weil der Autor die Rolle Adolf Hitlers als Alleinschuldiger am Zweiten Weltkrieg angezweifelt hatte (vergleiche PAZ vom 1. Juli 2006). Wen wundert es bei dieser Zusammenstellung des Teams, was bei der Beratung herausgekommen ist?

Quelle:
Text u. Fotos: Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, 10/07 v. 10.3.2007

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Bezugsquellen:
BdV-Buchdienst
www.bdv-nrw.de/cgi-bin/cosmoshop/lshop.cgi?action=showdetail&rubnum=&artnum=dvd_....;
Preußischer Mediendienst
http://www.preussenversand.de/product_info.php?info=p4032_Die-Flucht--DVD--Die-DVD-zum-ARD--Film.html&XTCsid=80bda2a9ebb2ed8e60205b9f805f6268;


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