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Berichte zum
Deutschlandtreffen der Ostpreußen

−  Ostpreußen hat Zukunft  −

Messe Kassel - 17. und 18. Mai 2014


Eröffnung des Deutschlandtreffens der Ostpreußen 2014
durch LO-Sprecher Stephan Grigat

Ostpreußen ist mehr als nur Heimat
Mit über 10000 Besuchern war das Deutschlandtreffen der Ostpreußen ein voller Erfolg:
www.odfinfo.de/Div/DT-Kassel-2014/Berichte/index.htm

Quelle: www.youtube.com/watch?v=bzOQk8t6hh0


Eröffnungsrede des Sprechers

Sehr geehrter Herr Professor Münch,
Sehr geehrter Herr Dr. Tilitzki,
Sehr geehrter Abgeordneter Jostmeier,
königliche Hoheit,
verehrte Gäste,
liebe Ostpreußen!

Stephan Grigat, Sprecher der Landsmannschaft OstpreußenIch begrüße Sie alle herzlich zur diesjährigen Kulturpreisverleihung der Landsmannschaft Ostpreußen und eröffne damit gleichzeitig das Deutschlandtreffen der Ostpreußen 2014.

Die Deutschlandtreffen der Ostpreußen haben eine lange Tradition. Die Bundesrepublik Deutschland war wenige Wochen alt, als im Juli 1949 in Hannover die „Ostpreußenwoche“ stattfand. Dieses Großtreffen der heimatvertriebenen Ostpreußen in der Leinestadt wurde zum Vorläufer jener Veranstaltung, die seither als Deutschlandtreffen der Landsmannschaft Ostpreußen zur Institution geworden ist.

Bochum, Köln und Düsseldorf waren in den folgenden Jahren Austragungsorte der unserer Deutschlandtreffen. Die geographische Nähe zur früheren Bundeshauptstadt Bonn ist sicherlich nicht zufällig. In ihr spiegelt sich die Bedeutung wider, die die organisierten deutschen Heimatvertriebenen bis Mitte der 1960er Jahre als Wählerpotential in der jungen deutschen Demokratie genossen.

Mit der politischen Zeitenwende des Jahres 1989/1990 und der Öffnung des Eisernen Vorhangs hat sich die Landsmannschaft Ostpreußen 2000 und 2002 mit der alten Messestadt Leipzig bewusst für einen Austragungsort in Mitteldeutschland entschieden.

Schließlich war bis zum Mauerfall das Thema Vertreibung zwischen Rügen und Schneeberg tabu und der Nachholbedarf an Wissen über Ostpreußen besonders groß.

Mit den Treffen 2005 und 2008 in Berlin hat erstmalig und bisher auch letztmalig eine der großen Landsmannschaften in der deutschen Hauptstadt große Vertriebenentreffen durchgeführt.

Erfurt, Austragungsort des Deutschlandtreffens 2011, und Kassel, unser heutiger Tagungsort, haben eine Gemeinsamkeit. Zusammen mit Göttingen handelt es sich um die Großstädte, die dem geographischen Mittelpunkt der Bundesrepublik  Deutschland am nächsten liegen. 

Auch zu Zeiten des Deutschen Kaiserreiches wurde ein Mittelpunkt bestimmt, der naturgemäß sehr viel weiter im Osten lag. Es handelt sich um Spremberg in der Niederlausitz. Der Ort liegt heute 25 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt.

Die nördlichsten und östlichsten Punkte Deutschlands lagen bis 1945 mit Nimmersatt bei Memel und Schilleningken unweit Schirwindt an der Scheschuppe - wen wundert es -  in Ostpreußen. Bis 1945 lernten die Schüler im Geographieunterricht noch den Merksatz: Nimmersatt bei Immersatt, wo das Deutsche Reich sein Ende hat.

Nicht nur bei der heutigen Generation der Schüler, sondern im allgemeinen gesellschaftlichen Bewusstsein scheint weithin vergessen, dass Ostpreußen, Pommern, Ostbrandenburg und der Großteil Schlesiens bis 1945 deutsch und Böhmen und Mähren maßgeblich von Deutschen geprägt waren.

Dies lässt sich auch anhand der mannigfaltigen politischen, dynastischen und wirtschaftlichen Verbindungen und Wechselbeziehungen zwischen den westlichen und östlichen Territorien des alten Reiches vom Hochmittelalter bis zur Neuzeit nachweisen. Ostpreußen und Hessen bilden da keine Ausnahme.

Hier ist an erster Stelle die enge Verwandtschaft der Herrscherhäuser Hessens und Preußens zu nennen. In Königsberg starb 1640 Kurfürst Georg Wilhelm von Brandenburg. Er war nicht nur Vater des Großen Kurfürsten, sondern auch von dessen jüngerer Schwester Hedwig Sophie, die mit Landgraf Wilhelm von Hessen verheiratet war. Seine ältere Schwester Luise Charlotte heiratete Herzog Jakob von Kurland. Aus dieser Beziehung stammt die Tochter Luise Elisabeth, die Landgraf Friedrich II. von Hessen-Homburg heiratete. Beide sind als „Prinz von Homburg“ und „Prinzessin von Kurland“ durch das Drama Heinrich von Kleists fester Teil des Mythos Preußen.

Eine dauerhafte, bis in das 20. Jahrhundert wirkende Verbindung zwischen Hessen und dem Ostseeraum stellen die „Kurländischen Stipendien“ dar, die von Landgräfin Marie Amalie an der „Hessischen Stipendiatenanstalt“ der Universität Marburg für Theologiestudenten gestiftet, die die evangelische Kirche in Kurland unterstützen sollten.

Noch enger verbanden sich die Familien in der nächsten Generation: Der erste preußische König Friedrich I. war in erster Ehe mit Elisabeth Henriette von Hessen verheiratet.

An Hessens großen Barockfürsten, dem seit 1677 regierenden Landgrafen Karl von Hessen, erinnern in Kassel mit dem Herkules und dem Bergpark Wilhelmshöhe großartige Anlagen, die zum UNESO-Weltkulturerbe gehören. Überall in Lande finden wir aber zudem Zeugnisse sehr engagierter Gemeinsamkeit des Landgrafen mit seinen preußischen Verwandten.

Hierzu gehört auch die Förderung der Ansiedlung von Hugenotten nach dem Edikt von Nantes 1685. Bei der absoluten Zahl der aufgenommenen Hugenotten wird Hessen-Kassel nur von dem wesentlich größeren Brandenburg-Preußen übertroffen.

Wenig bekannt ist, dass zwischen 1715 und 1726 zahlreiche Auswanderer aus Hessen den Einladungen des Soldatenkönigs folgten und sich in dem von der Pest entvölkerten östlichen Teil Preußens, hierbei handelt es sich vor allem um das Gebiet des späteren Regierungsbezirkes Gumbinnen, ansiedelten. In den von den preußischen Behörden für die einzelnen Ämter geführten Nationalitätentabellen stellen die als „Nassauer“ bezeichneten hessischen Kolonisten neben den Salzburgern die zweitgrößte Einwanderergruppe dar. Sie kamen vor allem aus dem heutigen Lahn-Dill-Kreis und dem Hohen Westerwald. 1724/1725 ließ ihnen der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. in Göritten bei Stallupönen eine eigene reformierte Kirche bauen.

Schließlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass die bis heute bestehende Patenschaft zwischen der Kreisgemeinschaft Ebenrode (Stallupönen) und der Stadt Kassel eine der ältesten in Deutschland ist. Sie datiert aus dem Jahr 1915 und hat ihren Ursprung im Russeneinfall bei Kriegsausbruch des Ersten Weltkrieges. Es waren Soldaten des „Casseler Infanterieregiments“, die 1914 in vorderster Front an der Befreiung der ostpreußischen Kreisstadt Stallupönen mitwirkten. 1915 übernahm die Stadt Kassel die Patenschaft für den Wiederaufbau der weithin zerstörten Stadt. Ein ganzer Häuserblock entstand aus Kasseler Spendengeldern. Stallupönen dankte dies mit der Umbenennung der anliegenden „Polnischen Straße“ in „Kasseler Straße“. Die Patenschaft zwischen der Stadt Kassel und der Kreisgemeinschaft Ebenrode (Stallupönen) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1954 erneuert. Ihr 90-jähriges Bestehen konnte 2005 in Kassel feierlich begangen werden – u.a. mit einem Straßenfest in der „Stallupöner Straße“, die es in Kassel gibt. 

Damit möchte ich meine kurzen Ausführungen zu den Beziehungen zwischen Hessen und Ostpreußen beenden und zur Kulturpreisverleihung überleiten.

1957 stiftete die Landsmannschaft Ostpreußen den Kulturpreis.

Erste Preisträger waren der Naturschriftsteller Walter v. Sanden, der Maler Karl Eulenstein und der Musiker Otto Besch. Bekanntester Preisträger der Folgejahre war Siegfried Lenz, der die Auszeichnung 1961 erhielt. Mittlerweile wird der Ostpreußische Kulturpreis meist alle drei Jahre auf dem Deutschlandtreffen verliehen. Geehrt wurden Frauen und Männer, die Außergewöhnliches geleistet haben, die mit Ihrem Werk ein Bild Ostpreußens zeichneten und dazu beigetragen haben, dass das Land zwischen Weichsel und Memel, seine Geschichte, seine Menschen und kulturellen Leistungen nicht in Vergessenheit geraten sind.

Damit bin ich bei unserem heutigen Preisträger Ingo v. Münch angelangt, der sich eines Themas angenommen hat, das zu den schlimmsten Verbrechen im Zweiten Weltkrieg gehört:

Der Massenvergewaltigungen deutscher Mädchen und Frauen durch sowjetische Soldaten 1944/45, die zum großen Teil in Ostpreußen, wo die Rote Armee als erstes deutsches Reichsgebiet erreichte, begangenen worden sind.

Als ich noch Student war, war der von unserem heutigen Preisträger herausgegebene gelbe Grundgesetzkommentar nicht wegzudenkender Bestandteil der Veranstaltungen im Staats- und Verfassungsrecht.

Dieses Werk ist von einem erkennbar eigensinnigen Geist geprägt, hieß es doch meist: „Anderer Ansicht: Von Münch in …“

Das unser heutiger Preisträger also auch mal gegen den Strich bürstet, ist nichts ungewöhnliches.

Das Werk „Frau, komm“ tut dies schon beim Thema, es deckt nämlich ein Tabu der deutschen Gesellschaft auf, etwas, das alle Vertriebenen und deren Nachkommen und auch die Fachleute wissen, über das man aber Jahrzehnte nicht sprach – nicht sprach, weil sich die betroffenen Frauen zunächst – obgleich Opfer – schämten, dann aber auch, weil es deutsche Opfer nicht geben durfte oder ihre Nennung jedenfalls nicht zum guten Ton gehörte, Political Correctness heißt das wohl.
 

Herr Professor von Münch,

Deutschland und die überdurchschnittlich oft betroffenen Ostpreußen schulden Ihnen für dieses Buch großen Dank, dafür dass Sie dieses Thema der Dunkelheit des Verschweigens und des damit einhergehenden Vergessens entrissen haben.

Ich darf das Wort jetzt an den Chefredakteur der Preußischen Allgemeinen Zeitung, Herrn Dr. Heitmann übergeben, der die Laudatio für unseren Kulturpreisträger halten wird.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 21/14, 24.05.2014

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